… und wer bist du?

Ein kreativer Nachmittag, um sich zu begegnen

Ein Beitrag von Caroline Butzkies

Projektidee

Mit fremden Menschen in Kontakt kommen über Sprachgrenzen hinweg. Gemeinsam Leben gestalten durch gemeinsames Gestalten. Das waren die ersten Überlegungen für dieses Gemeindeprojekt. Die Idee entstand im Zuge des Engagements für die Hilfe und Integration von Geflüchteten in Weißenfels und den vielen neuen Gemeindemitgliedern aus dem Iran und Afghanistan.

Ziel

Es sollte eine Kontaktmöglichkeit zwischen Geflüchteten und Einheimischen geschaffen werden. Dieses Ziel wird in dem Bewusstsein ausgestaltet, dass gemeinsam Leben heißt, Leben gemeinsam zu gestalten. In unserer Gesellschaft soll es über ein friedliches Nebeneinander von Kulturen hinausgehen, zu einem tatsächlichen Miteinander. Während der Projektveranstaltung konnte dieses „Gemeinsam Gestalten“ erlebt werden. Das fremde Gegenüber wird so mit dem positiven Erleben des gemeinsamen kreativen Prozesses verbunden. Durch die persönliche Begegnung ist der Andere kein unbekanntes Gesicht auf der Straße oder in den Nachrichten mehr. Er ist ein Mensch mir einer Geschichte, der genauso gestalten kann, Ideen und Ängste hat wie man selbst.

Dieser Nachmittag kann so Ängste und Vorbehalte, die auf beiden Seiten bestehen, abbauen.

Zielgruppe

Eingeladen waren alle, die sich ausprobieren wollten, die etwas zu erzählen haben und die gerne von anderen Menschen hören. Besonders waren das Gemeindemitglieder der evangelischen Gemeinde, Jugendliche der beiden Unterkünfte für unbegleitete minderjährige Geflüchtete, Mitglieder anderer Gemeinden und Interessierte aus der Stadt.

Projektgruppe

Die Planungsgruppe bestand aus Mitgliedern der Kerngemeinde, geflüchteten Gemeindemitgliedern aus Afghanistan und dem Iran und Mitarbeitern der Unterkunft für unbegleitete minderjährige geflüchtete Jungen und der Vikarin der Gemeinde.

Verlauf

Der Nachmittag begann 14 Uhr auf dem Gelände der evangelischen Gemeinde. Es gab die Möglichkeit, gemeinsam Kuchen zu essen und verschiedene Kreativangebote auszuprobieren oder Fußball zu spielen. Es konnten Porenbetonsteine (Ytongsteine) mit Feile, Säge und Meißel bearbeitet und Sportbeutel mit Farben und anderen Stoffen gestaltet werden.

Ab 18 Uhr gab es ein gemeinsames Essen mit Speisen aus verschiedenen Ländern. Der Abschluss war als offener Abend am Lagerfeuer geplant.

Ergebnisse und kritische Reflexion

Von den TeilnehmerInnen der Veranstaltung gab es viele positive Rückmeldungen über die Möglichkeit, Neues zu probieren und bisher unbekannten Menschen zu begegnen.

Leider waren nicht so viele TeilnehmerInnen gekommen, wie die Projektgruppe geplant hatte. Dies lag unter anderem an der Unverbindlichkeit der Menschen, an vielen Konkurrenzveranstaltungen und möglicherweise auch an bestehenden Vorbehalten und Ängsten, auf Menschen anderer Sprache, Kultur und Religion zu treffen.

Trotzdem war es für die TeilnehmerInnen ein gelungener Nachmittag.

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